Sonntag, 17. Februar 2008

7. Der Fahnder 2

In unserem Job darf man nicht pingelig sein. Wir haben mit dem Auswurf zu tun, manche sagen, wir seien selber Auswurf, egal damit kann ich leben. In unserem Job haben wir mit allem zu tun, was der menschliche Körper auszuscheiden vermag; Blut, Schweiß und Tränen sind davon noch die hübscheren Möglichkeiten. Wir fragen auch nicht lange, dazu bleibt selten Zeit, es wird nicht gefackelt, es werden Tatsachen geschaffen. Oft genug tote Tatsachen. Wer also bei uns schwache Nerven hat, der macht's nicht lange. Schwache Nerven sind dabei das, was Otto Normalverbraucher so als Alltagskostüm trägt. Wir sind die Elite der Eliten, gedrillt, gehärtet und gnadenlos. Unsere Gefühle wurden während der Ausbildung weggeäzt. Wir kennen keinen Hass und keine Liebe, keine Trauer und keine Freude, keine Furcht und keine Mitgefühl. Als Menschen sind wir schon lange tot. Aber wir haben dennoch eine Art Ehre. Wir machen unseren Job, wir machen ihn gut und wir machen ihn effektiv. Aber mit dem Stück Ehre, was uns geblieben ist, können wir uns bei allem, was wir tun, immer noch zu den Guten zählen. Wahrscheinlich sind wir selbst die einzigen, die das tun, aber so ist es nun mal.
Lewandowski hatte keine Ehre. Lewandowski war ein Schwein. Er gehörte nicht zu den Guten. Ihn hatten uns die Polen überlassen und ich bin mir sicher, sie waren froh um die Möglichkeit. Lewandowski wa rein Sadist, der es liebt in den Exkrementen anderer rumzuwaten. Ihnen die Därme rauszureißen, die Augen auszustechen, die Lungen leerzusaugen, die Haut abzuziehen, das Hirn auszulöffeln, Lewandowski war ein Schwein und jetzt war er tot.
Dass er ein Schwein war, war nicht in Ordnung, nie. Dass er jetzt tot war, war erst recht nicht in Ordnung, denn er gehörte immerhin zu unserer Abteilung. Wie er gestorben sein sollte, was mir dieser stille Spinner da erzählte, das war überhaupt nicht in Ordnung. Und deshalb war es mir auch scheißegal, was der Kandidat von seinem verschwundenen Freund erzählte, was er von einer Fermate quasselte, in der die Zeit still stände und von der Bedrohung des ganzen Planeten wegen seiner Musikgeschichten.
Für mich war hier und jetzt so ziemlich garnichts in Ordnung. Ein Zustand, bei dem ich zur Höchstform auflaufe.
logo

imachine

Kommentare

brauchen wir hier nicht.

Gegen Augenkrebs

Bild-29-

Wetter

[invalid weatherstation]

Credits

Knallgrau New Media Solutions - Web Agentur f�r neue Medien

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page
xml version of this page (with comments)

twoday.net AGB

Creative Commons License
eXTReMe Tracker

ahoi-brause
augenwischer
Das Firmament
His Story
plurallose
schnippsel
Technik
verhört
von wo anders
wenn
zeiger 2
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren